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 Betreff des Beitrags: Belsandis' Geschichte
BeitragVerfasst: 17. Jan 2018 18:06 
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Die Geschichte von Belsandîs der Hüterin
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ch hatte ein Haus in Beleriand am Fuße der Ered Luin. Hundert Meilen westwärts war das Meer, aber hier in einer Höhe von über zweitausend Fuß merkte man davon nichts. Tagsüber spürte man die Nähe der Sonne. Die Morgendämmerung und die Abende sind klar und friedvoll und die Nächte sind kalt.

Die Lage zwischen den Zwergenstädten Belegost und Nogrod machte diesen Flecken zu etwas Besonderem. Nirgends war etwas Überschwengliches oder Üppiges. Die Farben waren trocken und glasiert, wie die irdener Geschirre. Die Bäume hatten lichtes, zartes Laubwerk und ihre Form war anders, als die der Bäume Eriadors, sie bildeten keine Kronen oder Kuppeln, sondern waagerechte Schichten. Vereinzelte hohe Bäume bekamen dadurch etwas Romantisches und Heroisches, wie Schiffe mit vollen Segeln. Von den Zwergenstädten kamen immer wieder Reisende, die neue Kunde und vielerlei nützliche und weniger nützliche Dinge mitbrachten, an meinem Haus vorbei. Zwerge und Elben lebten zu dieser Zeit einträchtig nebeneinander und achteten die Eigenheiten und Leistungen der jeweils anderen...


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Aber ich will nicht schon zu Beginn abschweifen! Ihr seid ja gekommen, um etwas über mich zu erfahren. Nun denn, lasst mich kurz nachdenken, wo ich beginnen soll ...

Mein Name ist Belsandîs. Das heißt, einer meiner vielen Namen. Meinen ersten Namen, caldryeldë (Caldrons Tochter), erhielt ich kurz nach meiner Geburt von meinem Vater. Das war noch in Aman, vor den schrecklichen Ereignissen von Alqualonde. Unser Volk lebte eigentlich in Tirion. Dort bin ich auch geboren, aber meine Familie ließ sich am Meer, am Rande von Alqualonde nieder, um Fischfang zu betreiben und von den Teleri den Bau von Booten und Schiffen zu erlernen. Ich liebte das Meer und auch das Getier, welches es hervorbrachte. Häufig hatte ich Muscheln oder Seesterne in mein Haar eingeflochten, die ich am Strand aufgesammelt hatte. Nur einmal, als ich einen lebendigen Oktopus, so ein kleiner, blau, wie Lapislazuli, zur Verzierung meiner Haare benutzt habe, gab es richtig Ärger zu Hause. Es waren die letzten Jahre des Zeitalters der Bäume und ich war das jüngeste von drei Kindern und die einzige Tochter in unserer Familie. Demzufolge war ich nicht nur das Nesthäkchen, sondern hatte auch fast unbegrenzte Freiheiten, von denen meine Brüder nur träumen konnten.

Ach, meine Brüder! ich habe beide während des Sippenmordes von Alqualonde verloren. Ein Kapitel, das die Noldor nur allzugern vergessen würden. Ich weiß bis zum heutigen Tage nicht sicher, ob sie sich Feanor angeschlossen oder ob sie den Teleri gegen Feanor beigestanden haben. Aber letztlich sind es meine Brüder und ich vermisse sie ...


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Ich will euch nicht mein meinen Sentiments langweilen, also zurück zu meiner Geschichte:

Als wir Aman verlassen mussten ... Ja auch wir mussten Aman verlassen. Wir waren Noldor und damit unterlagen auch wir dem Fluch. Als wir also Aman verließen, gab mir meine Mutter den amilesse ciryanîs, was soviel wie Schiffsfrau bedeutet und sicher daher rührte, dass ich - da ich auf unseren eigenen Schiffen immer gespielt hatte - in den Wanten und Masten unseres Schiffs zu Hause war und die waghalsigsten Manöver ausführen konnte, was weder meine Eltern noch den Kapitän besonders erfreute. Diesen Namen habe ich auch als cilmesse übernommen. Mein epesse wurde mir in der Zeit in Beleriand von Herrin Galadriel verliehen. Und bevor ihr jetzt fragt, wieso Herrin Galadriel überhaupt Leute aus dem Gefolge Feanors empfängt; wir sind Noldor und wir sind mit einem von Feanors Schiffen nach Beleriand gekommen, das war's aber schon an Gemeinsamkeiten.

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Huch! Ich habe mich schon wieder hinreissen lassen... Aber meine Familie hat mit dem Sippenmord wirklich nichts zu tun und ich bin da etwas empfindlich.

Zurück zu den Namen, falls euch das nicht schon langweilt. Heute verwende ich nur noch die Sindarinform dieses letzten Namens, unter der ihr mich alle kennt: Belsandis. Aber eigentlich heiße ich ciryanîs caldryeldë ... belsandîs. Die drei Punkte stehen für den Elbennamen, der nur innerhalb der Familie benutzt wird und den sonst niemand erfährt - und schon gar keine Nichtelben! Aber das wusstet ihr sicher schon.

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Ach ja, mein Haus in Beleriand... Es waren stürmische Zeiten damals in den ersten Jahren der Sonne. Aber trotz der vielen Kriege und Schrecknisse war es auch eine schöne Zeit. In Beleriand traf ich übrigens das erste Mal auf einen Zwerg. Ich hatte das Haus gerade erst bezogen, da kam so ein stämmiger, kurzgewachsener Kerl zur Tür und fragte, ob ich Bedarf an Schwertern, Messern oder Äxten hätte. Da ich tatsächlich einige Messer für den Haushalt brauchte, kamen wir ins Gespräch und ich erfuhr, dass in der Nachbarschaft meines Heims zwei durchaus bedeutende Zwergenstädte lagen: Belegost und Norgod. Da war ich extra in die Berge gezogen, um mich von den Fürsten und ihren Machenschaften zu lösen und dann hatte ich die Fürstenresidenz einen anderen Volkes gleich nebenan. So kann es gehen!

Die Zwerge aus den Blauen Bergen waren schon ein lustiges Völkchen, auch wenn ihr Humor für Elben mehr als nur gewöhnungsbedürftig ist. Sie waren etwas rauh und ungeschliffen im Umgang, dafür aber trinkfest. :lol: Mein Gott, konnten die saufen! Da fallen mir doch glatt wieder einige Jugendsünden ein... Aber genug davon. Sie waren sehr geschickt als Schmiede und Handwerker und haben mir mehr als nur einmal geholfen. Damals war das Verhältnis zwischen den Zwergen und den Elben grundsätzlich ein besseres, als heutzutage. Eines hatten die Zwerge aber bestimmt mit den Noldor gemeinsam: wenn man einmal Freundschaft geschlossen hatte (was zwischen Elben und Zwergen selten genung vorkam), dann hielt die ein ganzes Leben.


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Die Menschen kamen nach Beleriand; Reiche entstanden und vergingen, Schlachten wurden geschlagen. Aber ich lebte davon weitgehend unbehelligt am Rande der Blauen Berge. Erst nach dem Krieg des Zorns, als große Teile Beleriands im Meer versanken und auch die Gegend, in der ich lebte, verwüstet wurde, verließ ich die Ered Luin. Durch meine Eltern geprägt, war ich schon sehr früh zu der Überzeugung gelangt, dass Feanors Handlungsweise nicht nur falsch, sondern verachtungswürdig war. Ich schloss mich deshalb einer Gruppe Noldor an, die ebenso dachten und alles dafür tun wollten, dass nie wieder Elben durch Elben umkamen. Aus dieser Gruppe Gleichgesinnter bildete sich im Laufe der Zeit die ersten Sellath belanin; ein elbischer Orden mit ausnahmslos weiblichen Mitgliedern, der getanes Unrecht sühnen wollte und die hohen Ziele von Herrin Galadriel unterstützte.

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Falls irgend jemand noch der Meinung ist, das ich von Galadriel nie empfangen wurde, dies sollte jetzt als Beweis reichen...

Dieser Orden wurde mir nach dem Krieg des Zorns und dem Untergang Beleriands zur zweiten Heimat. Hier lernte ich vieles über die Geschichte der Elben, was ich noch nicht wusste, über andere Rassen Mittelerdes und ich wurde ich zu der, die ich heute bin. Das klingt jetzt pathetisch, aber ich habe in der Zeit als Ordensschwester viel neue Erfahrungen gemacht. Ich wurde am Hof von Galadriel und Celeborn eingeführt, hatte Kontakt mit einigen Maiar, lernte viel über die junge Rasse der Menschen und habe auch gegen Orks und andere Helfer der dunklen Mächte gekämpft. Ich will mich wirklich nicht mit unseren Heroen, wie Celeborn, Galadriel, Elrond oder Celebrian vergleichen, aber anders als Elronds Gemalin, bin ich noch nicht müde, duch Mittelerde zu wandern und gegen das Böse zu kämpfen.

In der Schlacht des letzten Bündnisses kämpfte auch der Orden gegen Saurons Horden. Nur war uns das Glück zu dieser Zeit nicht hold. Bevor Sauron von Isildur zu Fall gebracht wurde, waren die meisten meiner Ordensschwestern und auch unsere Herrin bereits gefallen. Somit war der Sieg über Sauron auch gleichzeitig das Ende des Ordens der
Sellath belanin. Das ich noch am Leben bin, verdanke ich vermutlich nur dem Umstand, dass ich zur Zeit der Schlacht mit einem Auftrag in den Nordhöhen und im westlichen Angmar betraut war. Das unsere Sippe auch diesen Namen trägt ist kein Zufall, sondern eine Referenz an die gefallenen Elbinnen, die nie wankelmütig und stets zum Schutze des Guten in Mittelerde bereit waren. Aber das ist eine andere Geschichte...


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Ach, ich schweife ja schon wieder ab. Ich hoffe, ihr seht es mir nach.

Nach der Schlacht war ich praktisch heimatlos und für längere Zeit zu Gast in Elronds Haus in Imladris. Er bot mir auch an, für immer dort zu leben, aber das konnte ich nicht. Zu viele Erinnerungen wühlten mich auf und zu viele ungetane Aufgaben warteten in den Landen von Mittelerde. Außerdem hatte ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Orden wieder erstehen könnte. Ich erbat Urlaub von Elrond und zog duch Eregion, Enedwaith und das Dunland, um nach Lothlorien zu gelangen. Hier erhoffte ich den Rat von Herrin Galadriel. Sie und ihr Gatte Celeborn empfingen mich herzlich in Caras Galadhon und luden mich zum Verweilen ein. Wer Herrin Galadriel kennt, weiß dass sie nie vorschnell einen Rat erteilt und so musste ich mich in Geduld üben (Was mir damals nicht leicht fiel). Ungefähr acht Jahre nach meinem Eintreffen in Lothlorien lud mich Galadriel des Abends in ihren Garten ein und ließ mich in den Spiegel blicken.

Was ich dort sah war verwirrend für mich. Auch die Bedeutung von Galadriels Worten blieb viele Jahre im Dunkeln:
»Der Orden der Sellath belanin ist mit dem Untergang Saurons vergangen. Mehr als eine Erinnerung wird es nie mehr geben. Aber es wird der Tag kommen, da die Sellath belanin in neuer Form erstrahlen werden.«

Erst heute, nach tausenden Jahren und mit euch Sippies als Rückhalt, glaube ich, diese Worte deuten zu können.




:warden:


To be continued ...

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Tiro! Êl eria e môr. (Siehe! Ein Stern erscheint aus der Dunkelheit.) J.R.R. Tolkien


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 Betreff des Beitrags: Re: Belsandis' Geschichte
BeitragVerfasst: 1. Feb 2018 14:21 
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Wanderer
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Beiträge: 5
Geschlecht: männlich
Grüß dich, Belsandis! :icon_e_wink:

Eine interessante Hintergrundgeschichte hast du da!
Was ich als Zwerg entnehmen kann, ist, dass du bzw. deine Eltern wohl zum Gefolge Fëanors gehörten, und die Jenseitigen Lande auf
den Schiffen der Teleri verließen, noch bevor Fëanor sie bei Losgar verbrennen ließ?

Wenn das so ist, wundert es mich nicht, dass ihr in Beleriand auf Zwerge getroffen seid, da sich das Siedlungsgebiet der Söhne Fëanors und ihrer Sippschaft
bis weit in die Ausläufer der Blauen Berge erstreckte, wo sie durch den Handel mit den Zwergen zu großen Reichtümern kamen.
Wer weiß, vielleicht erblicktest du dort die Vorfahren unserer Zwergensippe, ein merkwürdiger Gedanke, wo du doch jetzt vor uns im Gras stehst.

Trafst du die Herrin Galadriel, als diese noch bei Thingol und Melian im Gürtel von Doriath weilte? Es wundert mich, dass dieser einer Noldo aus dem vom Sippenmord befleckten Geschlecht der
Fëanori Einlass gewährte. Und unter welchen Umständen du schließlich in den Wirren am Ende des Ersten Zeitalters nach Eriador und Gondor gekommen bist, darüber könnte man wohl so manches Lied dichten...

Aber ich muss weiter, Gevatter Loge wartet auf die Intarsien für ein neues Kettenhemd :ruestung: , und ich will ihn auf keinen Fall mürrischer machen als er es heute schon ist...

_________________
Have you learned nothing of the stubbornness of Dwarves?


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